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„Wir brauchen mehr Begegnung, mehr Anerkennung dafür, dass jüdisches Leben ein untrennbarer Teil auch der aktuellen deutschen Geschichte ist, der uns alle bereichert. Und wenn es uns gelingt, auf diese Weise mehr Nähe und Empathie zu schaffen, ist das auch ein Beitrag zur Prävention von Antisemitismus."
<strong>Auszug aus dem Geleitwort von Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend</strong>
„Ein kluges und bewegendes Buch über jüdische Identität im heutigen Deutschland. Anna Lutz macht die Vielfalt jüdisch-deutschen Lebens sichtbar und wirbt überzeugend für Offenheit, Respekt und Dialog."
<strong>Prof. Dr. Noam Sivan, HMDK Stuttgart</strong>
Bewertungen
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von Nicole (Veröffentlicht am 07.08.2026)
Aktuell-Zeitlos-Lesenswert
"In jedem Menschen begegnet uns eine Welt" musste ich unbedingt lesen. Ich bin mit jüdischen Freunden aufgewachsen und einige sehr enge Freundinnen von mir sind Jüdinnen. Daher war ich sehr neugierig auf das Buch. Die unterschiedlichen Charaktere und vorgestellten Persönlichkeiten in diesem Buch entsprechen auch meinem persönlichen Eindruck des jüdischen Lebens in Europa der Gegenwart.
Tatsächlich ist auch mir eines (wie auch der Autorin Anna Lutz) aufgefallen, nämlich die Gemeinsamkeit aller in dem Buch vorgestellten Personen: Juden verbindet die kollektive Erfahrung der Shoah. Ganz gleich ob sie unmittelbar, oder indirekt damit verbunden sind. Und nachdem 7. Oktober 2023 ist "Nie wieder ist JETZT" für meine jüdischen Freunde sehr präsent geworden.
In diesem interessanten Buch stellt Anna Lutz 10 ganz verschiedene Persönlichkeiten vor. Das Jüdischsein interpretiert jeder für sich persönlich und individuell. Da erzählt zum Beispiel der Restaurantbesitzer Yorai Feinberg von seiner künstlerischen Vergangenheit, aber auch weshalb er nicht wirklich gläubig ist, sich dennoch mit dem Judentum identifiziert, ein jüdisches Restaurant betreibt, und trotz des steigenden Antisemitismus Deutschland treu bleibt. Aber auch Rabbi Yehuda Teichtal hat eine sehr interessante Geschichte zu Erzählen. In den 90-er Jahren kam er mit seiner Gattin nach Berlin um jüdisches Leben wieder sichtbar zu machen. Im eigenen Wohnzimmer haben die Eheleute begonnen eine Gemeinde aufzubauen. Mittlerweile zählt ihre Gemeinde über 3500 aktive Mitglieder. Allgemein bin ich seit Jahren ein Fan von Rabbi Teichtal, und folge ihm auch auf Instagram. Seine positive Einstellung, seine Lebenserfahrung die er mit seinen Followern teilt und seine jüdischen Weisheiten klingen sehr lehrreich. Außerdem hat er einen tollen Humor.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Toll finde ich die facettenreiche Vorstellung der Personen. Die Vielfalt und Schönheit des jüdischen Lebens wird in dem Buch sehr gut zum Ausdruck gebracht. Es ist auf jeden Fall ein Buch gegen das Vergessen. Und das wird täglich wichtiger in der heutigen zu Antisemitismus neigenden Gesellschaft. Absolute Leseempfehlung meinerseits! -
von Birgit E. (Veröffentlicht am 03.08.2026)
10 interessante Porträts von jüdischen Menschen in Deutschland
Was bedeutet für dich jüdisch zu sein und wie lebst und erlebst du das hier in Deutschland? Dieser Frage geht Anna Lutz in ihrem Buch In jedem Menschen begegnet uns eine Welt nach. Jeweils fünf Männer und fünf Frauen werden hier dem Leser auf jeweils ca. 20 Seiten vorgestellt. Und beim Lesen merke ich: Jude ist nicht gleich Jude. So unterschiedlich wie die Ausprägungen und Glaubensverständnis bei den Christen sind sie auch bei den jüdischen Menschen. Es gibt Juden, die das Jüdischsein mit geistlichem Glaubensleben füllen und andere, die nicht glauben. Aber alle eint, dass sie nicht immer mit der Politik in Israel einverstanden sind, dass sie sich nicht verstecken und trotz Anfeindungen bewusst in Deutschland leben wollen.
Im journalistischen Reportagestil beschreibt mir Anna Lutz wie jüdisches Leben hier in Deutschland aussehen kann. Ich lerne, dass es unterschiedliche Menschen sind, die als Juden in Deutschland leben mit unterschiedlichen Einstellungen zum Glauben und zum Leben als Jude. Ich bewundere den Mut und die Entschlossenheit trotz wachsendem Antisemitismus hier in Deutschland zu leben, ich lerne, was es bedeuten kann als jüdische Familie, jüdischen Geschäftsmann oder Dirigentin bzw. Influencerin zur jüdischen Abstammung zu stehen. Ich lerne zu verstehen, was es heißt Stolz auf die jüdische Abstammung zu sein und doch einen Beitrag zur Verständigung zwischen Nichtjuden und Juden leisten zu wollen. Dieses Buch ist ein kleiner Blick über den Tellerrand weg von den typischen Stereotypen. Besonders beeindruckt hat mich das letzte Porträt über Rabbi Teichtal, der bewusst eine offene Synagoge leitet, in der jeder Mensch willkommen ist und den jüdischen Glauben und jüdische Menschen kennenlernen kann. Er möchte Orte der Begegnung schaffen und ein Licht in die Dunkelheit der Welt tragen bzw. sein.
Fazit:
Anna Lutz gelingt es gut durch die Auswahl der jüdischen Menschen mir viele unterschiedliche Facetten des Jüdischseins nahe zu bringen und leistet auf diese Art und Weise meiner Meinung nach auch einen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und einem Kennenlernen und Verständnis von jüdischem Leben und Menschen in Deutschland.
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von Elfie (Veröffentlicht am 29.07.2026)
Beeindruckende Porträts
„...Wir Nichtjuden wissen so gut wie nichts über das jüdische Leben. Diese kritische Selbsterkenntnis stand ziemlich am Anfang meiner Recherche zu diesem Buch…“
Mit diesen Zeilen beginnt die Journalistin Anna Lutz das Vorwort zu ihrem Buch. Dann präsentiert sie uns die Interviews mit zehn jüdischen Personen, die in Deutschland leben. Sie kommen aus unterschiedlichen Berufen und gehören verschiedenen Altersgruppen an.
Der Schriftstil ist meist sachlich. Die Autorin nimmt sich selbst zurück und lässt ihrem Gegenüber den nötigen Raum.
Jedes Porträt beginnt mit einem einseitigen Foto, einer Kurzbeschreibung und, in fett gedruckt, der Antwort auf die Frage, was es für denjenigen bedeutet, jüdisch zu sein.
„...Jüdisch zu sein bedeutet für mich, Teil einer großen Gemeinschaft, eines Ganzen zu sein. Das gibt mir Kraft…“
Dies ist die Antwort der Influencerin Tanya Yael Raab. Gerade diese Gemeinschaftsgefühl findet sich in vielen der Antworten wieder. Dabei ist es nicht daran gebunden, wie intensiv derjenige oder diejenige die jüdische Religion lebt.
Die Interviews skizzieren das Leben und geben Einblicke in die Ansichten und Lebenseinstellungen. Deutlich werden Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Persönlichkeiten. Alle stehen aktiv im Leben. Zu den Gemeinsamkeiten gehören leider auch Erfahrungen mit Antisemitismus. Dabei wird völlig ausgeblendet, dass die Einstellung zu politischen Fragen, insbesondere zur Regierung Netanjahu, oftmals realistischer ist als in der deutschen Politik, zumal wenn die Protagonisten selbst eine Zeit lang in Israel gelebt haben.
Das Buch vermittelt eine Menge an Wissen über das jüdische Leben und zeigt, dass es weit mehr ist als nur eine Religion. Man trifft dabei auf gelebte Toleranz und ein gedeihliches Miteinander mit andersgläubigen Nachbarn.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es räumt gründlich mit Stereotypen auf und zeigt die Vielfalt des jüdischen Lebens in Deutschland. Ich würde mir weitere solche Bücher wünschen. -
von Kristina (Veröffentlicht am 19.07.2026)
Jüdisches Leben in Deutschland – 10 Porträts
„Nie wieder!“ sollten jüdischen Menschen in Deutschland Hass, Gewalt und Ausgrenzung erleben müssen, nie wieder sollten sie Angst haben. Doch wie sieht jüdisches Leben im heutigen Deutschland aus? In diesem Buch erzählen zehn jüdische Personen aus ihrem Leben, von Herkunft, Glauben, Alltag… und geben damit tiefe Einblicke in die Vielfalt jüdischen Lebens in unserem Land.
Journalistin Anna Lutz hat für dieses Buch Gastronom Yorai Feinberg, Journalistin Sharon Adler, Dirigentin Yael Front, Schriftstellerin Mirna Funk, Politiker Mahail Groys, Holocaust-Überlebenden Roman Haller, Influencerin Tanya Raab, Rabbiner Yehuda Teichtal, Meron Mendel, den Direktor der Bildungsstätte Anne Frank und Alon Meyer, den Präsidenten von Makkabi Deutschland interviewt.
Ich lebe im ländlichen Raum und habe keinerlei Berührungspunkte zu jüdischen Leben hier in Deutschland. Als ich das Buch „In jedem Menschen begegnet uns eine Welt“ entdeckt habe, war sofort mein Interesse geweckt. Jedem einzelnen Porträt vorangestellt ist ein ganzseitiges Foto, eine Kurzvorstellung und die Antwort auf die Frage: „Was bedeutet jüdisch sein für mich?“ Jeder der zehn interviewten Personen erzählt seine ganz eigene, interessante, oft auch berührende Geschichte. Besonders nahe ging mir Roman Hallers Geschichte, der als Säugling den Holocaust überlebte. Ich habe gestaunt über die unterschiedlichen Wege und Beweggründe, die diese Menschen nach Deutschland geführt haben und darüber, dass sie (noch) bleiben, trotz immer stärker werdenden Antisemitismus. Das Buch ist interessant und vielseitig und lässt sich gut lesen. Jedes einzelne Porträt bietet Stoff zum Nachdenken, so dass ich immer wieder Pausen gebraucht um den Inhalt nachklingen zu lassen.
„In jedem Menschen begegnet uns eine Welt“ ist ein sehr interessantes, informatives Buch, dass mir viele Einblicke in jüdisches Leben hier in Deutschland geschenkt hat. Gern empfehle ich das Buch weiter.
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